Hintergrund

Der Freistaat Bayern hat in den letzten Jahren massiv von innerdeutschen Wanderungen profitiert und so vor allem in den Neunziger Jahren viele Fachkräfte aus anderen Bundesländern gewinnen können. Allerdings ist dieses Potential mittlerweile weitgehend erschöpft. In vielfachen Gesprächen mit Unternehmen und Multiplikatoren vor Ort wird daher seit einiger Zeit vermehrt auf das zunehmende Problem fehlender Fachkräfte hingewiesen, nachdem auch die Versuche der Zuwanderung ausländischer Fachkräfte keine zählbaren Erfolge brachten.

In der Metropolregion Nürnberg, in der viele große, weltweit tätige Unternehmen und traditionelle Branchen ansässig sind, ist der Wettbewerb um die besten Köpfe besonders intensiv und gerade kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehen sich dabei oft unterlegen. Daher können sich auch KMU dem Druck nicht länger entziehen und müssen ihr Personalmanagement kontinuierlich weiterentwickeln, um ihre Fachkräftebasis und damit letztendlich auch ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Altersaufbau Zudem wird der demografische Wandel mit den Auswirkungen einer schrumpfenden und älter werdenden Bevölkerung auch im Freistaat Bayern und gerade in seinen nördlichen und östlichen Regionen verstärkt zu spüren sein. Laut regionalisierter Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik ist für die Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth und Neustadt an der Aisch bis zum Jahr 2029 zwar noch mit einer relativ konstanten Bevölkerungszahl zu rechnen, doch wird ein erheblicher Alterungsprozess innerhalb der Bevölkerung prognostiziert.

Neben den sinkenden Kinderzahlen, dem Nachwuchs von morgen, und den immer älter werdenden Belegschaften, durch die viele Unternehmen ihre Produktivität gefährdet sehen, ist es nicht zuletzt der vermehrte Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge, der bereits heute viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellt. Nach Schätzungen des IHK Fachkräftemonitors werden in den nächsten fünf Jahren mehr als 60.000 Fachkräfte in der Region Mittelfranken fehlen. Die Verfüg-barkeit qualifizierter Fachkräfte wird für die Unternehmen damit zunehmend zu einem erfolgswirksamen Engpassfaktor.